Galerie
Die Galerie zeigt Fotografien aus mehr als fünf Jahrzehnten Geländearbeit und Forschungsreisen in Deutschland, dem östlichen Mittelmeerraum, dem Nahen Osten und darüber hinaus. Die Bilder illustrieren Eberhard Zanggers interdisziplinären Ansatz, bei dem archäologische Methoden mit naturwissenschaftlichen Verfahren kombiniert werden.
Jerusalem, Israel, 2025
Im Oktober 2025 wurde der rund 4300 Jahre alte Silberkelch aus ˁAin Samiya zum ersten Mal seit vielen Jahren aus seiner Vitrine im Israel-Museum in Jerusalem genommen, damit Eberhard Zangger ihn untersuchen und fotografieren kann. Zwei Wochen später erschien eine neue Interpretation der Bildszenen auf dem Becher, die Zangger zusammen mit Daniel Sarlo und Fabienne Haas Dantes verfasste.
Troja, Türkei, 2025
Der Zustand der archäologischen Überreste rund um den künstlichen Kanal („Kesik“) westlich des Burghügels von Troja hat sich in den letzten 35 Jahren aufgrund intensiver landwirtschaftlicher Nutzung deutlich verschlechtert. Eine mit der Getty Foundation in Los Angeles verbundene Gruppe, organisiert vom Archäologen Jeffrey Spier, besucht die erhaltenen Wasserbauwerke aus der Bronzezeit.
Termiz, Usbekistan, 2025
Die Handelswege der Bronzezeit erstreckten sich von der Ägäis bis zu den Zinnvorkommen im heutigen Usbekistan, Tadschikistan und Afghanistan. Das Foto wurde in Jarqoʻton nördlich von Termiz aufgenommen, wo sich die Überreste einer der größten Siedlungen der spätbronzezeitlichen Oasenkultur befinden. Es zeigt Sergei Yazvenko, Professor für Ökologie an der Internationalen Agraruniversität in Taschkent, und Michael Timpson, ehemaliger Berater für Umweltfragen bei Environmental Resources Management in den USA.
Ephesos, Türkei, 2025
Zusammen mit dem Geodatenspezialisten Alper Aşınmaz unternahm Eberhard Zangger 2025 eine Forschungsreise zu archäologischen Fundstätten im Westen der Türkei. In Selçuk besuchten die Forscher den Ayasuluk-Hügel, wo sie von Professor Barış Gür und seinem Team empfangen wurden.
Medinet Habu, Ägypten, 2024
Der Totentempel von Ramses III. in Medinet Habu (West-Theben) ist ein einzigartiges Zeugnis der Seevölker-Invasionen zu Beginn des 12. Jahrhunderts v. Chr. Im August 2024, bei Mittagstemperaturen von über 42 °C, begann die Geländearbeit – hier mit der Archäologiestudentin Lauren R. Kreienbuehl – jeden Tag um 6 Uhr morgens. Der Fahrer hielt diesen Moment fest.
Grabstätte von Sethos I., Ägypten, 2024
Die Deckenmalereien in der Grabkammer des Pharaos Sethos I. im Tal der Könige (KV 17) geben aufschlussreiche Einblicke in die astronomischen Vorstellungen der Ägypter um 1300 v. Chr.
Yazılıkaya, Türkei, 2018
Weitere Forschungen im hethitischen Felsheiligtum von Yazılıkaya führten zur Erkenntnis, dass die Reliefs unter anderem ein schematisches Modell kosmischer Strukturen und Zyklen darstellen. Himmel, Erde und Unterwelt werden als von Gottheiten belebte Sphären gezeigt.
Yazılıkaya, Türkei, 2015
Seit 2015 untersucht Eberhard Zangger gemeinsam mit der Archäologin und Astronomin Rita Gautschy (im Hintergrund) von der Universität Basel das hethitische Felsheiligtum von Yazılıkaya. Im Vordergrund sind der Astrofotograf Bernd Pröschold und der Illustrator Guido Köhler zu sehen.
Hattusa, Türkei, 2014
2011 begann Eberhard Zangger damit, die mittel- und spätbronzezeitlichen Siedlungen im Westen der heutigen Türkei systematisch zu erfassen. Fast keine der rund 500 bekannten Fundstätten wurde umfassend ausgegraben; nur Hattusa, die Hauptstadt der Hethiter in Zentralanatolien, ist gut erforscht.
Troja, Türkei, 1999
Im Februar 1999 führten außergewöhnlich starke Regenfälle in der Umgebung von Troja dazu, dass sich die seit langem verlandeten ehemaligen Hafenbecken in der Ebene (im Hintergrund zu sehen) wieder mit Wasser füllten. Der tiefe künstliche Einschnitt auf der linken Seite des Bildes diente dazu, Schiffe in diesen Hafen zu ziehen.
Troja, Türkei, 1999
Seit 1991 hat Eberhard Zangger wiederholt die Ausgrabungen in Troja besucht, ohne jemals offiziell an dem Projekt beteiligt gewesen zu sein. 1999 schlug er vor, die Sedimentschichten der Flussaue mithilfe von geophysikalischen Vermessungsmethoden aus einem Hubschrauber heraus zu untersuchen. Das Projekt, das vom Geophysiker Falko Kuhnke von der Universität Braunschweig konzipiert worden war, erhielt jedoch nie die notwendige Bewilligung.
Santorin, Griechenland, 1998
Anlässlich der Veröffentlichung von Eberhard Zanggers Buch Die Zukunft der Vergangenheit lud der Verlag Journalistinnen und Journalisten zu einer Medienreise nach Santorin ein. Vor Ort präsentierte Zangger seine Rekonstruktion der Lage des bronzezeitlichen Hafens von Akrotiri vor dem Vulkanausbruch.
Thera, Griechenland, 1996
In den 1990er Jahren untersuchte Eberhard Zangger im Rahmen eines Projekts unter der Leitung des Mathematikers Joseph J. Monaghan von der Monash University in Melbourne die Auswirkungen des minoischen Vulkanausbruchs von Santorin. Das Bild zeigt dicke Bimssteinschichten, die während dieses Ausbruchs entstanden.
Pylos, Griechenland, 1995
Ebenfalls in den 1990er Jahren publizierte Eberhard Zangger drei populärwissenschaftliche Bücher, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Die daraus resultierende mediale Aufmerksamkeit führte dazu, dass gelegentlich ein Filmteam die Geländearbeiten begleitete.
Pylos, Griechenland, 1994
Den archäologischen Survey in Pylos leiteten Jack L. Davis, Susan E. Alcock, John Bennet, Yannis A. Lolos, Cynthia Shelmerdine und Eberhard Zangger gemeinsam. Im Palast von Nestor auf Epano Englianos kamen erstmals in großem Umfang geophysikalische Untersuchungsmethoden zur Anwendung. Dabei wurde unter anderem eine zuvor unbekannte Festungsmauer entdeckt.
Pylos, Griechenland, 1993
Das Pylos Regional Archaeological Project (PRAP) untersuchte das Wirtschaftssystem des mykenischen Königreichs von Pylos. Eberhard Zangger und der Botaniker Sergei Yazvenko zogen aus der Osmanaga-Lagune einen Sedimentkern, der 7000 Jahre Vegetationsgeschichte dokumentiert.
Semaineh, Ägypten, 1991
In der Region Naq Hammadi in Oberägypten untersuchte ein Team unter der Leitung von Kathryn A. Bard (Boston University) neolithische Siedlungen am Rand der Nil-Aue. Das Foto entstand bei einem Ausflug ins Nildelta.
Troodos, Zypern, 1991
Während der gesamten Bronzezeit war Zypern ein wichtiger Lieferant von Kupfer. Die wiederholte Abholzung für dessen Verhüttung führte zu starker Erosion und Sedimentation. Ein Langzeitprojekt unter der Leitung von A. Bernard Knapp (Universität Cambridge) untersuchte die Siedlungs- und Landschaftsgeschichte der Insel.
Nordatlantik, Großbritannien, 1989
Die Biogeochemical Ocean Flux Study (BOFS, 1988–1993) gehörte zu den ersten großen Forschungskooperationen des britischen Natural Environment Research Council (NERC). Sie war der wichtigste Beitrag von Grossbritannien zum North Atlantic Bloom Experiment im Rahmen der Joint Global Ocean Flux Study (JGOFS). Die zweimonatige Expedition in den Nordatlantik im Jahr 1989 an Bord des Forschungsschiffs Discovery wurde von Nick McCave (Universität Cambridge) geleitet.
Segermes-Tal, Tunesien, 1989
Im Segermes-Tal in der Nähe von Hammamet im Norden Tunesiens untersuchten dänische Archäologen unter der Leitung von Søren Dietz, wie es in der Römerzeit gelang, in diesem Halbtrockengebiet intensive Landwirtschaft zu betreiben.
Berbati, Griechenland, 1988
Während des Berbati-Limnes-Surveys (1988–1992) war Eberhard Zangger neben Berit Wells und Curtis Runnels als Co-Direktor tätig und für die naturwissenschaftlichen Untersuchungen verantwortlich.
Stanford University, USA, 1987
Mitte der 1980er Jahre leistete das Fernerkundungslabor unter der Leitung von Ronald „Ron“ Lyon an der School of Earth Sciences der Stanford University Pionierarbeit im Bereich der geologischen Fernerkundung. Die Forschungsgruppe gehörte zu den Ersten, die Satellitenbilder systematisch für die Kartierung von Landschaften, Lebensräumen und der Verbreitung von Gesteinen und Mineralien nutzten. Damit trug sie entscheidend zur Etablierung dieser Methoden bei, die später zum Standard in der Erdbeobachtung und den angewandten Geowissenschaften wurden.
Tiryns, Griechenland, 1987
Zwischen 1984 und 1988 wurde die Landschaftsgeschichte der Argivischen Ebene im Holozän teilweise mithilfe von Bohrkernen aus der Ebene rekonstruiert. Hier entnimmt Eberhard Zangger manuell Proben aus einem maschinell erstellten Bohrloch, um möglichst ungestörte Sedimentproben zu gewinnen. Tjeerd H. van Andel, Zanggers Doktorvater an der Stanford University, unterstützt ihn beim Sieben der Bohrproben.
Tiryns, Griechenland, 1987
Im Rahmen der Ausgrabungen in Tiryns besuchte der Prähistoriker Klaus Kilian gemeinsam mit den auf der Ausgrabung tätigen Archäologiestudenten eine der Bohrungen auf dem Gelände des benachbarten Gefängnisses. Auf dem Foto werden die Stratigrafie und die Ergebnisse besprochen.
Golf von Argos, Nafplion, Griechenland, 1986
Tjeerd H. van Andel, Professor an der Stanford University, leitete die erste Expedition mit dem bemannten Tauchboot Alvin. Mit zwei Begleitern konnte er 1977 erstmals die einzigartigen Lebensformen in der Umgebung von hydrothermalen Quellen in 2500 Metern Tiefe beobachten. Das Bild zeigt van Andel bei einer weniger aufsehenerregenden Ausfahrt: Im Golf von Argos wurden per Schnorcheltauchen aus einer Tiefe von 15 Metern Sedimentproben entnommen.
Tiryns, Griechenland, 1985
Nach seinem Studienabschluss in Kiel entschied Eberhard Zangger, sich künftig auf die Rekonstruktion von Landschaften rund um archäologische Fundstätten zu konzentrieren. Er wechselte zu diesem Zweck an die Stanford University, wo Geoarchäologie seit Mitte der 1970er Jahre etabliert war. Für seine Doktorarbeit wurde ihm die Rekonstruktion der Landschaftsgeschichte der Argivischen Ebene in Griechenland übertragen. Für das Projekt organisierte Klaus Kilian, der Ausgräber von Tiryns, die Finanzierung durch das Deutsche Archäologische Institut. Das Foto zeigt die sieben Meter dicken Mauern am Eingang zur Burganlage von Tiryns.
Volos, Griechenland, 1982
1980 plante die Deutsche Forschungsgemeinschaft zusammen mit der Volkswagenstiftung eine großangelegte Ausgrabung von Iolkos, der einzigen bekannten, aber noch nicht ausgegrabenen mykenischen Burganlage in Volos in Griechenland. Als Grabungsleiter war Bernhard Hänsel (Freie Universität Berlin) vorgesehen. Die vorbereitenden landschaftsarchäologischen Untersuchungen bildeten den Gegenstand von Eberhard Zanggers Diplomarbeit an der Universität Kiel (1982–1984).
Grube Messel, Deutschland, 1977
Im Rahmen ihrer Ausbildung besuchten angehende geologische Präparatoren 1977 die Grube Messel bei Darmstadt, wo Eberhard Zangger während seiner vorangegangenen Tätigkeit am Senckenberg-Museum bei der Bergung von Fossilien aus dem Eozän mitgewirkt hatte. Das Foto zeigt die Lernenden mit dem Mineralogen Hans Dietrich Trochim und dem Paläontologen Wighart von Koenigswald.































